Presse
03.09.2010, 00:00 Uhr | Sächsische Zeitung - Peter Redlich
Karl-May-Museum baut Besucherzentrum
Radebeul-Ost
Das Radebeuler Karl-May-Museum will im großen Stil investieren und sich in großen Teilen ein neues Aussehen geben. Markanteste Neuerung soll ein Besucherzentrum über zwei Etagen mit dem Eingang an der Meißner Straße neben der Aral-Tankstelle werden.
Das geplante Besucherzentrum des Karl-May-Museums. Der Eingang zum Museum mit dem sich anschließenden Indianerdorf und dem Erlebnispfad soll ab Herbst 2013 an der Meißner Straße sein.Animation: AT2 Architektur Tragwerk (3)
Dort sollen Empfangsräume für Reisegruppen, Vortragsräume, ein größerer Souvenir- und Bücherladen als jetzt, eine Gaststätte, Lagerflächen sowie Toiletten und Garderoben untergebracht werden. Der Clou des Baus, der sich zur Gartenseite öffnet, werde ein im Indianertipi-Stil gestaltetes Zeltdach sein. Die Zeltform soll bis in das Untergeschoss weitergeführt werden, wo das Tipi Platz für Vorträge, Filme und Diskussionsrunden bietet.

Museumsdirektor René Wagner hofft, das Besucherzentrum an der Meißner Straße von März bis Dezember 2013 bauen zu können. Das Geld dafür will er mit der Karl-May-Stiftung, der Grundstück, Gebäude und Sammlung gehören, über eine Spendenaktion unter dem Titel „Blutsbrüder“ sammeln. Für einen Sheriffstern müssen 100 Euro eingezahlt werden. Es gibt Spenderbriefe für 500 bis 10000 Euro.

Wagner sagt, dass vermögende Karl-May-Liebhaber bereits Interesse bekundet hätten und größere Summen spenden wollen. Als Erster hat übrigens Radebeuls Baubürgermeister Jörg Müller (parteilos) gestern einen Spenderbrief im Wert von 500 Euro gekauft. Rund drei Millionen Euro, so Dirk Georgi vom dafür planenden Radebeuler Architekturbüro AT2, werde fürs Besucherzentrum dafür nötig sein.

Noch vor dem Besucherzentrum aber will das Museum ein neues Gebäude für museumspädagogische Arbeit mit Schulklassen errichten. Wagner: „Auf dem Grund der alten Baracke am Museumsgarten soll im März, April 2011 ein Bau entstehen, in dem etwa zwei Schulklassen Platz haben.“ Nachfrage nach Aktionen mit Schülern gebe es reichlich. In den Sommerferien konnten oft nicht alle, die es wollten, daran teilnehmen. Zum 100. Todestag des großen Abenteuerschriftstellers Karl May am 30. März 2012 solle auch klar sein, dass ab November des gleichen Jahres bis zum März 2013 die „Villa Bärenfett“ saniert und dort ein neues, großzügigeres Ausstellungskonzept umgesetzt werden könne. Für den Neubau des Veranstaltungsgebäudes und die „Villa Bärenfett“ braucht das Museum eine weitere Million Euro.

Die Pläne, so Wagner, habe man bereits im Bauausschuss der Stadt Radebeul vorgestellt. Sie seien auf Zustimmung gestoßen. Sie würden auch im Internet seit gestern Nachmittag auf der neu geschalteten Seite veröffentlicht.

Spendenkonto: Karl-May-Stiftung,

Kto. 49 1212 2013, BLZ 850 900 00, Dresdner Volksbank Raiffeisenbank

www.neues-karl-may-museum.de
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